obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte März 2015

zurück
 
    ||01|| Clivie in XXL bei Familie Stenzel in Ebersdorf 




 

(Tn) Zimmerpflanzen sind out? Von wegen! Zumindest bei Familie Stenzel in Ebersdorf. Etwa 120 genau inventarisierte Pflanzen werden in allen Etagen des geräumigen Hauses am Ebersdorfer  Waldrand mit viel Passion und Herzblut kultiviert. Je nach Jahreszeit zieht so mancher Zögling auch mal um. So wird die Amaryllis im Herbst für einige Monate in den Keller ausquartiert um ihr dort eine Ruhepause zu verordnen, damit sie neue Blüten ansetzt. Auch die stolzen Weihnachtskakteen im Treppenaufgang blühen in der Regel nicht nur einmal, sondern danken die gute Pflege mit einer zweiten Blüte.

Der leuchtende Star unter allen Pflanzen ist momentan aber sicherlich die in voller Blütenpracht stehende Clivie.  22 Jahre einfühlsamer Pflege und ein guter Standort im diffusen Licht des temperierten Wintergartens haben das junge und kleine Riemenblatt zu einem echten Giganten heranwachsen lassen. Etwa 150 cm hoch und 170 breit machen einfach sprachlos. Ist sie die größte Clivie im Landkreis Coburg, oder sogar in Oberfranken bzw. Bayern? Es wäre nicht verwunderlich. Selbst aus  botanischen Gärten kennt man solche Prachtexemplare kaum.

Die Pflege ist gar nicht so aufwendig, wie man angesichts des vitalen Prachtstücks meinen könnte. Das Pflegerezept von Familie Stenzel ist jedenfalls relativ einfach. Gegossen wird je nach Witterung mehr oder minder aus dem Bauch heraus, eben nicht zu viel und nicht zu wenig. Sicherlich hilft auch der „grüne Daumen“  der beiden Pflanzenfreunde dabei, die richtigen  Gieß- Entscheidungen zu treffen. Gedüngt wird mit einem konventionellen Blumendünger alle 2 Wochen im Frühling und im Sommer. Im Winter ist Diät angesagt. Der Standort ist dank der im Wintergarten verwendeten Stegdoppelplatten hell, aber eher diffus ohne direkte harte Sonnenstrahlung. Obwohl im üppigen Topf stehend und zumindest theoretisch mobil, belässt man den Methusalem am gewohnten Standort. Zu groß und zu schwer ist er zudem für eine weitere Umtopfaktion. Man möchte die über viele Jahre herangewachsene Schönheit nicht zerstören und gefährden. Im Winter wird eine Minimumtemperatur von 10 Grad eingehalten, im Sommer wird es nat. schnell mollig warm. Ein Ventilator und gute Lüftungsmöglichkeiten sorgen aber für Abhilfe. Sonnenkollektoren über dem Sitzplatz liefern Schatten gratis. In der Übergangszeit wird die überschüssige Wärme des Wintergartens mit Hilfe einiger rel. einfacher technischer Tricks zum Heizen der Wohnung mit verwendet, so dass die Energie für den Wintergarten ein Stück weit kompensiert wird.

In der kalten Jahreszeit wärmt sich der nach Süden exponierte Glasgarten so leicht und schnell auf, dass Familie Stenzel sich liebend gerne dort aufhält.  Eine Erholung und „Lichtkur“ par excellence in der tristen Jahreszeit. „Der Pflanzengeruch und die dank der grünen Pfleglinge sauerstoffreiche und angefeuchtete Luft – einfach wunderbar! Lieber das Auto eine Nummer kleiner, und das gesparte Geld für solch eine grüne Oase ausgeben“, so das Credo von Familie Stenzel.

Das Attribut XXL passt auch zu manch anderen Pflanzen, die den Wintergarten mit verzieren. Hibiscus, Cycas, Geldbaum und  Madeiraglöckchen, sind ebenbürtige und ebenfalls imposante Begleiter im grünen Reich der Stenzels.

Fotos: Thomas Neder