obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2015

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    ||06|| Die Zaubernuss – leuchtendes Juwel im Gehölzbestand



 

(TN) Ein wirkungsvoller, gut strukturierter Garten hat auch in der oft grauen weniger einladenden Winterzeit noch eine ganze Menge zu bieten. Die dekorative Rinde von Obstgehölzen, Sträuchern oder Bäumen ist nach der Blüte und Herbstfärbung ein weiterer Höhepunkt im Gartenjahr.

Feuerwerk in Schwarz, Rot und Gold
Zahlreiche Hartriegel- und Weidenarten sorgen im Saum der Gehölze für ein winterliches Feuerwerk. Blutdunkelrot, knallrot, roserot, leuchtend gelb, schwarz, weißgrau … hier gibt es eine ganze Palette leuchtender Farben. Die besonders intensive Färbung entsteht allerdings nur an den jungen Trieben. Schon nach etwa 3 Jahren lässt die Strahlkraft deutlich nach und geht in einen eher verwaschenen blassen Farbton über. Nachdem zahlreiche Hartriegelarten einen eher invasiven Charakter besitzen, sprich sich schnell über bewurzelnde Triebe ausbreiten und lästig werden können, hat der regelmäßige Rückschnitt auf kurze Stummel auch etwas Positives und wirkt kontrollierend. Er hält die Hartriegelarten in Schach und Weidenarten klein, so dass sie den Rahmen des Gartens nicht so schnell sprengen. Größere Gruppen kann man natürlich auch über einen 3 Jahres Zyklus auf den Stock setzen, um größere Lücken zu vermeiden.

Der rote Hartriegel (Cornus sanguinea) kommt bei uns auch in der Natur vor. Seine Beeren sind eine willkommene und wertvolle Vogelnahrung. Gegen das leuchtende Rot der Sorte Cornus alba `Sibirica` kommt er allerdings nicht an. Ebenso intensiv – allerdings in Gelb strahlt Cornus sericea `Flaviramea`. Eine ungewöhnlich fast schon schwarze Rindenfarbe besitzt die straff aufrecht wachsende Art Cornus alba `Kesselringii`. Etwas dezenter im Farbton ist die Sorte `Winter Beauty`, die auch unter der Bezeichnung `Winter Flame` im Handel ist.

Die Reif- oder Schimmelweide (Salix daphnoides `Praecox`) verdankt ihren Namen der schimmelartigen Bereifung auf den jungen Ästen. Auch hier wirkt nur das junge Holz. Regelmäßig zurückgeschnitten, bleibt sie vital und wirkt bei moderater Größe lebendig.

Das Gleiche gilt für die Korbweide (Salix viminalis). Sie lässt sich über größere Steckhölzer auch gut als Kopfweide ziehen. Wenn man die jungen Triebe am Kopf regelmäßig zurück schneidet, fügt sich die Kopfweide auch gut in kleine Gärten ein. Als Schattenspender am Kompostplatz erfüllt sie auch hier noch eine gute Zusatzfunktion.

Selten in den Gärten findet man die Tangutische Himbeere (Rubus cockburianus). Das aus Nordchina stammende Wildgehölz liefert in Gruppen angepflanzt, eine wirkungsvolle Halmlandschaft leicht purpur farbener weiß bereifter Triebe. Sie wirken im laublosen Zustand farnwedelartig sehr grazil. Die Sorte `Goldenvale` hat neben ihrer weißen Winterfärbung durch ihre gelben Blätter eine gute Sommerwirkung.

Intensiv grün leuchtet in der kahlen Jahreszeit natürlich auch der bekannte Ranunkelstrauch. Schon in kurzer Zeit bildet er über Ausläufer ein regelrechtes Dickicht. Hält man ihn mittels Rhizomsperren, wie man sie vom Bambus kennt in Schach, lässt auch er sich in „gezügelter“ Form gut als leuchtendes Wintergehölz einsetzen.

Nicht zu übersehen sind nat. auch immergrüne Bambusarten. Aus der Art Gattung Phyllostachys sticht z. B. die hoch wachsende Art aureoculcata besonders heraus. Die wuchtigen Halme sind durch ihre markant gelborange- grüne Färbung dicke Ausrufezeichen im winterlichen Garten. Die deutlich ausgeprägten Knoten und der häufig auftretende Zickzackwuchs der Triebe sind eine wertvolle Zugabe. Eine Rhizomsperre macht nat. auch hier unbedingt Sinn.

Fotos: Thomas Neder