obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2015

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    ||05|| Obstgehölze fachmännisch schneiden




 

(TN) Zahlreiche Tipps zum Schnitt von Obstgehölzen gab es beim Schnittkurs des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. am Obstlehrgarten.

„Hausgärten werden durch gestiegene Grundstückspreise zunehmend teurer. Dies fördert die Kultur von Stein- und Kernobst auf schwach wachsenden Unterlagen in modernen Erziehungsformen.

Der klassische Halb- und Hochstamm bei Apfel, Zwetschge und Kirsche ist zwar etwas aus der Mode geraten, ist aber dennoch als Haus- und Hofbaum auch mit gestalterischer Funktion dennoch in vielen Gärten zu finden. Er ist auch im Sinne des Ortsbildes von großer Bedeutung, da immer mehr großkronige Bäume in den Siedlungen verschwinden“, so der Geschäftsführer des Kreisverbandes Thomas Neder

Ein locker aufgebauter Halb- oder Hochstamm bei Apfel, Kirsche und Zwetschge komme mit 3 Leitästen gut aus. Dies sorge für eine luftige Krone, die schnell abtrocknet, gut belichtet wird und für die Pflege und Ernte  leicht zugänglich ist.

Belässt man 4, 5 oder noch mehr Leitäste werde man erfahrungsgemäß später doch zur Säge greifen, was dann große Wunden zur Folge hat. Im Grunde sei dies im Sinne der Baumgesundheit kontraproduktiv. Auch die Übersicht und ein einfaches klares Erziehungskonzept geht bei zu vielen Leittrieben leicht verloren.

Nachdem das spätere Gerüst des Baumes festgelegt sei, werden in den nächsten 5-7 Jahren Mitteltrieb und Leitriebe an der Spitze noch leicht angeschnitten. Die anderen Triebe belasse man. Der Anschnitt sorge für den erwähnten  Saftstau der die Bildung von Seitentrieben oder Fruchtästen angeregt.

„Diese Fruchtäste sind den Leittrieben untergeordnet. Unterbleibt in den ersten Jahren ein Anschnitt der Leitäste, entstehen lange, wenig verzweigte Peitschenbtriebe. Nur mit viel Mühe und einem erneuten starken Schnitteingriff bekommt man sie später wieder in den Griff.
Ist die Erziehung abschlossen, schneidet man die Triebe am besten überhaupt nicht mehr an, denn durch permanentes Anschneiden provoziert man den Baum zu immer mehr Triebbildung. Dies führt im Extremfall zu richtigen „Hexenbesen“, die einen enormen Schnittaufwand verursachen.
Die Pflege der Leitäste und der Mitte zielt in den folgenden Jahren vor allem darauf ab, eine luftige Krone mit ausreichend Lichtschneisen zu erhalten. Der Aufbau ähnelt einem lockeren Strauß. Große Schnitte sind im Grunde nicht notwendig, wenn das System steht“ so der Referent.
Neben der Erziehung eines Halb- und Hochstammes gab es abschließend noch jede Menge an Praxisinfos über den Schnitt von Beerenobst,  mit dem der mittlerweile fast schon 10 Jahre alte Obstlehrgarten bestens bestückt ist.

Termine:
Der Obstlehrgarten ist ab dem 1. April wieder geöffnet (Öffnungszeiten Landratsamt).
Ein Veredlungskurs findet am 16. April um 17:30 Uhr am Obstlehrgarten statt. Anmeldungen sind bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes noch möglich.
Die Bestellung der Edelreiser ist abgeschlossen. Die Ausgabe ist für den 16. April in der Zeit von 13:30 Uhr bis 17:30 Uhr am Reiserkeller in Ebersdorf eingeplant.
Das traditionelle Sommerfest ist auf den 25. Juli am Lehrgarten terminiert.