obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2015

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    ||03|| Duftheckenkirsche kündigt Vorfrühling an






 

Im Winter blühende Gehölze sind im Sortiment der Baumschulen rar gesät. In der kalten Jahreszeit, wenn das Auge bereits für kleinste Zeichen des Wiedererwachsens der Natur besonders dankbar ist, sind vorfrühlingsblühende Gehölze äußerst wertvoll. Neben der schwefelgelb blühenden Duftblüte, macht bereits jetzt zum Monatswechsel die Duftheckenkirsche (Lonicera purpusii) auf sich aufmerksam. Beide Arten sind im Gegensatz zur edlen Zaubernuss oder zum weit verbreiteten Winterschneeball noch recht unbekannt.

Nicht nur  die kleinen cremeweißen Blüten, die je nach Witterung von Dezember bis in den April  hinein erscheinen, sondern vor allem auch der  angenehm süß-milde Vanille-Duft macht Lonicera purpusii zu einem interessanten Vorfrühlingsblüher. Der interessanten Duftnote verdankt der Strauch auch seinen deutschen Namen „Duftheckenkirsche“. Die Kreuzung entstand 1920 im botanischen Garten Darmstadt. Der Strauch ist mit einer Endhöhe von etwa 2m recht wüchsig. In der Kultur ist die Duftheckenkirsche problemlos und kann sowohl in Sonne als auch im Halbschatten verwendet werden. Die Zweige hängen mit zunehmenden Alter elegant über. Der Wuchs ist recht dicht, weshalb der Strauch auch eine abschirmende Wirkung übernehmen kann.

In milden Wintern oder an geschützten Standorten bleiben die Blätter teilweise bis  zum Frühjahr am  Strauch. Aus den Blüten entwickeln sich die bei Heckenkirschen typischen kleinen roten Früchte.

Zum Ausklang der Blütenpracht ist die Japanische Zierquitte mit ihren leuchtend roten Schalenblüten ein guter Partner, der den Blütenreigen aufnimmt und bis in den Frühling hinein fortsetzt.

Wegen der außergewöhnlichen Blütezeit empfiehlt sich ein Standort im Garten, an dem  man die Blüte in der tristen und trüben Jahreszeit im täglichen Vorbeigehen dankbar genießen kann. Gerne erhascht man dann mit der Nase einen feinen Hauch des sich bereits ankündigenden Vorfrühlings. Steht der Strauch vor kalter Zugluft oder Winden geschützt, überstehen die Blüten Kälteeinbrüche nat. besser, als an offenen ungeschützten Stellen.

Erwähnenswerte Krankheiten sind bis dato nicht bekannt. Zum Erhalt der Vitalität genügt ein gelegentliches  Herausnehmen vergreister Triebe dicht über dem Boden. Eine Vermehrung durch Steckhölzer und Grünstecklinge gelingt leicht.

Fotos: Thomas Neder