obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2015

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    ||01|| Start in die neue Gemüsesaison








 

(TN) Auch wenn es im Freiland noch frostig kalt ist, fällt in der warmen, hellen Stube bei passionierten Gemüseliebhabern schon der Startschuss für die neue Gemüsesaison.

Während man mit der  Aussaat von Tomaten noch eine ganze Weile warten kann, können Paprika schon jetzt ausgesät werden, damit nach den Eisheiligen starke und gut gewachsene Pflanzen gesetzt werden können.

Auch wenn die Bedingungen in den Wohnräumen oft nicht ganz ideal sind, bringt man es mit etwas Tricks und Kniffs zu passablen Jungpflanzen. Generell geht es im Freizeitgartenbau ja eh nicht um wirtschaftliche Höchsterträge, sondern um gesundes, frisches biologisch gezogenes Gemüse, bei dem man weiß, was man hat. Das Erleben eines geschlossenen Kreislaufs über Aussaat, Anzucht, Pflege, Ernte, Verarbeitung und Rückführung des Pflanzenmaterials in den Kreislauf der Natur ist zudem etwas ganz besonderes, das  man in unserer arbeitsteiligen und hoch spezialisierten Arbeitswelt kaum noch findet.

Gute Paprika Sorten gibt es mittlerweile in verführerischer Vielfalt. Nach Erfahrungen des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V.  sind z. B.  Sorten wie  die spitze, rot- grüne `Planet F1`, die gelbe längliche `Gypsi`,  oder der rot - grüne Blockpaprika `Reina F1` für den Hausgarten sehr empfehlenswert. Wer um Hochzuchtsorten der sog. F1 Hybriden lieber eine Bogen machen möchte, kann es z. B. mit der samenecht fallenden Sorte `Rote Augsburger` probieren.
Klassisch sät man bei etwa 23 -25  Grad zunächst in kleinen Aussaatgefäßen aus. Ideal ist eine keimfreie und nährstoffarme Aussaaterde (man kann auch normale Blumenerde zur Hälfte mit Sand mischen). Die Samen werden nur leicht mit Erde bedeckt. In der ersten Phase der Anzucht ist eine gängige Abdeckhaube aus Kunststoff ideal um die Temperatur für die Keimung hoch zu halten. Wer es etwas technischer mag, kann auch eine kleine Bodenheizung mittels handelsüblicher Heizkabel für Anzuchten auf den Boden der Anzuchtschalen legen. Dies optimiert den Temperaturverlauf. Ein möglichst heller Standort ohne große Zugluft ist ideal.  Nach erfolgter Keimung und der Ausbildung von 2 Keimblättern kann schon mit einem Pikierstab in kleine Töpfen mit nährstoffreicherer Erde einzeln pikiert werden.  Pflanzen, die zu langhalsig geraten sind, kann man dann auch ruhig etwas tiefer setzen. Hierdurch können kleine Erziehungsfehler durch Lichtmangel zumindest etwas ausgeglichen werden. Heranwachsende und größer werdende Jungpflanzen lassen sich später gut mit Schaschlik Spießen etc.  stäben und stabilisieren. Je nach Nährstoffgehalt der verwendeten Erde kann bei Bedarf nach ca. 4 Wochen 1x pro Woche  vorsichtig gedüngt werden (ca. 0,1 – 0,5  % eines konventionellen Flüssigdüngers).

Will man sich das Pikieren und Topfen ersparen, kann man auf im Fachhandel erhältliche kleine Erdtopfpressen zurückgreifen. Hiermit lassen sich lose Erdtöpfe in den Maßen 8x8x8 cm, wie sie für die Anzucht von Tomaten, Auberginen oder Paprika auch von den Erwerbsanbauern verwendet werden, leicht herstellen. Jeder Erdtopf erhält ein Samenkorn. Das Vereinzeln entfällt. Die Jungpflanzen bewurzeln in solchen Presstöpfen sehr gut und  lassen sich leicht und schnell auspflanzen.
Generell sind die jungen, heranwachsenden Paprikapflanzen bei milden Wetter für einen „Firschluftaufenthalt“ im Schutze einer Loggia, eines  überdachten Balkons etc. dankbar. Dies sorgt für ein kompakteres Wachstum und eine gewisse Abhärtung vor dem eigentlichen Pflanzen. Im Freiland pflanzt man im Abstand von ca. 60x60 cm. Eine Pflanzung auf schwarzer Mulchfolie oder Vlies sorgt für ein zügiges Erwärmen des Bodens und bringt die Kultur flott „ins Laufen“. Bis Anfang Juni kann, je nach Witterungsverlauf,  eine Abdeckung mit Vlies sinnvoll sein. Paprika zählt zu den Starkzehrern. Ben Bedarf an ca. 18 g Reinstickstoff pro m2  teilt man auf mehrere Gaben auf. Wasser und Nährstoffbedarf steigen mit Einsetzen der Blüte und Fruchtbildung deutlich.

Bezugsadresse Samen und Erdtopfpresse: www.garten-wn.de
Samen:  www.gartenratgeber.de

Fotos: Thomas Neder