obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Dezember 2015

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    ||03|| Der Weihnachtsstern – „Alle Jahre wieder“?












 

(TN) Die natürliche Heimat des Weihnachtssterns liegt in den tropischen Laubwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort kommt er von Mexiko bis nach Argentinien vor. Vielfach wurde er als Zierpflanze in tropische und subtropische Länder  eingeführt  und ist dort mittlerweile verwildert. Er war schon den Azteken bestens bekannt. 1804 brachte ihn Alexander von Humboldt von seiner Amerikareise mit nach Europa.

Die vermeintlichen großen Blüten sind keine richtigen Blüten, sondern sogenannte Brakteen - auch Hochblätter genannt. Sie dienen zur Anlockung von Insekten. Die eigentlichen Blüten sind grün- gelblich  klein und sitzen in der Mitte.
Für den Weihnachtsstern ist ein heller, auch sonniger Standort  ideal. Auch Halbschatten wird toleriert, aber oft mit Laubfall beantwortet. Während der Blütezeit sollte die Temperatur zwischen 15°C und 22°C liegen. Bei zu hohen Temperaturen und zu wenig Licht bekommt er gelbe Blätter. Bei zu niedrigen Temperaturen reagiert die Pflanze mit Laubfall. Da der Weihnachtsstern leicht sukkulent  ist, sollte man das Substrat nicht die ganze Zeit feucht halten. Einer der häufigsten Fehler bei der Pflege ist zu reichliches und häufiges Gießen. Staunässe vertragen die Pflanzen schlecht. Als Folge verfaulen die Wurzeln, die Blätter werden gelb und schlimmstenfalls stirbt die Pflanze sogar ab.
Häufig landen abgeblühte Weihnachtssterne nach dem Blütenspektakel einfach auf  dem Kompost. Eigentlich schade, denn es sind  mehrjährige Pflanzen, deren Kultur relativ einfach gelingt. Für ambitionierte Gärtner eine kleine Herausforderung. Im Frühling werden sie in ein frisches Substrat umgetopft und zurückgeschnitten. Im Sommer stehen sie am besten wie andere Kübelpflanzen im Freien. Wenn man ihm die Zeit gibt und vielleicht etwas Abstriche in der Blütenfülle macht, kann es durchaus heißen: „Alle Jahre wieder - blüht der Weihnachtsstern!“

Weihnachtssterne sind sogenannte Kurztagspflanzen, die nur dann blühen, wenn sie nicht mehr als 12 Stunden Licht  erhalten. Das ist an Standorten um den Äquator  ganzjährig der Fall. In unseren Breiten wird in Gärtnereien etwa ab Oktober die Dunkelphase künstlich verlängert, so dass die Pflanzen pünktlich zur Adventszeit farbige Hochblätter ausbilden.

Zu Hause kann man  bei kleineren Pflanzen im Herbst durch tägliches Abdecken mit einem lichtdichten Gefäß die Blütenbildung  steuern. Häufig beginnen die Pflanzen aber auch ohne künstliche Maßnahmen zu blühen, oft allerdings nicht so üppig   und nicht immer pünktlich zum Advent. Die Blütenphase zieht sich bei solchen Eigengewächsen manchmal bis nach Ostern hin.

Der Weihnachtsstern gehört zu Gattung der Wolfsmilchgewächse. Einige dieser Arten enthalten in ihrem Milchsaft hautreizende Diterpene. Der Weihnachtstern jedoch nicht. Er wird als unbedenklich angesehen. Tiere reagieren in der Regel empfindlicher. Eine Gefahr besteht für Hasen, Hamster und Meerschweinchen, wenn diese von den Blättern fressen.