obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Dezember 2015

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    ||04|| „Vorwitzige“ Maibeere








 

(TN) Aufgrund des extrem milden Wetters wagt sich die Maibeere schon zum Ende des Jahres aus der Deckung. Frühe Blüten sind bei der Maibeere zwar keine Seltenheit, so früh wie in diesem  Jahr stand sie allerdings noch nie in Blüte.

Die Maibeere (Lonicera kamtschatika) wird auch als sog. Sibirische Blaubeere im Handel angeboten. Das robuste Beerenobst schätzt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte ausreichend feucht und durchlässig sein. Ansonsten ist sie sehr anspruchslos.

Die Vegetationsperiode der Maibeere beginnt sehr früh und ist bereits im September beendet. Sie ist das erste „echte“ Obst im Garten und reift in etwa mit den ersten Erdbeeren. Die Pflanze wächst langsam und erreicht je nach Sorte eine Endhöhe von ca. 1 -1,5 m.  Ältere Triebe erkennt man an der borkigen Rinde. Im Holz soll die Maibeere bis – 45oC und in der Blüte bis -8 oC frosthart sein. Die Blüten erscheinen an den Spitzen der einjährigen Triebe, sowie an den im letzten Jahr gewachsenen Seitentrieben am zwei- und mehrjährigen Holz.
Gemäß ihres natürlichen Wuchses erzieht man sie am besten als Busch, ähnlich wie Johannisbeeren. Als Pflanzabstand wählt man ca. 1,5 m. Bei der Pflanzung kann man den Ballen mit ca. 2-3 cm Erde abdecken. Dies fördert eine zahlreiche Neutriebbildung. Im Prinzip kann man sie auch jetzt noch pflanzen, wenn man sein Obstsortiment noch ergänzen möchte.

Zum Aufbau eines kräftigen Busches rechnet man auch hier mit ca. 8-10 Trieben unterschiedlichen Alters. Triebe, die älter als 4 Jahre sind entfernt man sukzessive über die Jahre verteilt durch einen bodennahen Schnitt. Dies fördert junge Triebe. Unterbleibt diese Verjüngung, vergreist der Strauch.

Der Schnitt kann bereits nach der Ernte Mitte bis Ende Juni erfolgen. Hierbei sollte man auch darauf achten, die einjährigen Triebe nicht anzuschneiden, denn an der Spitze befinden sich meist schon die Blüten.

Überzählige junge Triebe im Innern des Strauches kann man entfernen. Bogig nach unten gewachsene Triebe an der Peripherie des Strauches kann man entweder ganz abschneiden oder auf einen nach oben gerichteten Seitentrieb absetzen.

Tipp:
Den Strauch nicht zu dicht werden lassen. Dies erleichtert die Ernte der unter den Blättern versteckt wachsenden Früchte. Am leichtesten lassen sich die violetten Früchte an den Spitzen der einjährigen Triebe beernten. Eine rechtzeitige Netzabdeckung schützt die Ernte vor den Vogelfras. Der gute Geschmack hat sich auch hier bereits herum gesprochen.