obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte August 2015

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    ||03|| Apfelsorten rund ums Jahr
Bilderauslese


Sorte: Julia


Sorte: Pilot


Sorte: Piros


Sorte: Rubinola
 

(TN) Wer sehr frühe Apfelsorten,  Herbstsorten und gut lagerfähige Äpfel gezielt für den Apfelanbau  im eigenen Garten zusammenstellt, kann leicht ein dreiviertel Jahr lang von der Ernte aus dem eigenen Garten profitieren.  Neben dem hohen gesundheitlichen Wert von Äpfeln aus eigener Kultur, rechnet sich der Anbei bei den stolzen Preisen für Bioprodukte – und die muss  man hier ansetzen - allemal. Schnell kann die Haushaltskasse um viele hunderte von Euros entlastet werden.
Da ein Apfelbaum viele Jahre im Garten seinen Platz einnehmen soll, lohnt es sich, vor der Pflanzung in Ruhe einige grundlegende Gedanken über die gewünschte Sorte und die geeignete Unterlage zu machen. Während sich für den Hausgarten eher schwachwachsende  Unterlagen wie M 27, M9, und M 26 anbieten, wird man für die Obstwiese auf starkwachsende und robuste  Sämlingsunterlagen zurückgreifen.

Schwach wachsende Unterlagen kommen schnell in den Ertrag, können leicht auf Stehleiterhöhe begrenzt werden und lassen sich problemlos mit Kulturschutznetzen (z. B.  gegen den Apfelwickler) überziehen.  Sie benötigen jedoch ihr ganzes Leben lang einen Pfahl, eine offene Baumscheibe und im Zuge der immer trockeneren Sommer auch entsprechende Wassergaben. Ihr Wurzelsystem ist  relativ schwach ausgebildet. Leider ist ihre Lebensdauer mit ca. 15 Jahren deutlich limitiert. Sämlingsunterlagen lassen sich manchmal über 10 Jahre Zeit, bis sie in den Ertrag kommen. Dies strapaziert oft die Geduld der Obstfreunde. Dafür können sie, wenn der Standort die Pflege stimmt,  über 60 Jahre alt werden. In einer Obstwiese sind sie deutlich durchsetzungsstärker.

Im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V. wird  einem breiten zeitlichen Verwertungskorridor von Äpfeln besonders Rechnung getragen. Der Garten ist noch bis zum 31. Oktober geöffnet und bietet jetzt, kurz vor der klassischen Pflanzzeit viele praxisnahe Infos.
Folgendes Apfelsextett aus dem Obstlehrgarten könnte die Grundlage für einen Apfelgenuss (fast) rund ums Jahr legen.

Auch wenn sie immer noch weit verbreitet ist, wird die altbewährte Frühsorte Klarapfel von anderen interessanten Apfelsorten abgelöst. Sehr früh erntereif ist z. B. die Schweizer Züchtung Julia. Der mittelgroße, leuchtend rote  und saftige Apfel kann bereits Mitte Juli gepflückt werden. Er ist nur kurz lagerfähig und bietet sich vor allem  als kleiner schmackhafter Vitaminsnack im Vorbeigehen an.
Sehr gute Noten in Sachen Geschmack und Optik erhielt der Sommerapfel Piros. Leicht gestreift und ansonsten in der Sonne flächig rot gefärbt lädt die Frühsorte geradezu zum Reinbeißen ein. Piros reift je nach Witterung von Anfang bis Ende August. Die Sorte ist nur gering anfällig für Schorf, neigt aber zu einem etwas sparrigem Wuchs, weshalb ein regelmäßiger Überwachungsschnitt empfohlen wird. In der Reife schließt sich z. B. Retina, eine süß-säuerliche Frühsorte aus Dresden Pillnitz an.
Für den Herbst könnte man sich die schmackhafte Sorte Rubinola vormerken. Sie besitzt ein festes Fleisch und schmeckt süß aromatisch. Die Sorte ist sehr robust gegen Apfelschorf.

Lagerfähig, aber schon ab dem späten Herbst genussreif ist Topaz. Die saftige, aromatische Sorte mit einer angenehmen Säure gilt auch im Hausgarten als eine der Spitzensorten des schorftoleranten Sortiments. 

Etwas verkannt wurde längere Zeit die Lagersorte Pilot. Pilot muss erst einige Monate lagern, bevor er mit Genuss verzehrt werden kann. Wenn andere Wintersorten im Naturlager schon „schwächeln“, läuft Pilot erst zur Höchstform auf. Bei guten Bedingungen kann er durchaus bis Mai verzehrt werden.