obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte April 2015

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    ||01|| Reiser erwachen zu neuem Leben













 

(TN)Auf große Resonanz stieß die Reiseraktion des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. Ein praktischer Veredlungskurs schloss sich am Abend im Obstlehrgarten des Kreisverbandes und auf der Obstwiese des Landratsamtes Coburg an.

Hunderte erlesener Edelreiser wechselten am Reiserkeller der OGV Ebersdorf schon am Nachmittag die Besitzer. Dank seines feucht kalten Klimas ist der Felsenkeller bestens dafür prädestiniert, die bereits im Winter im Obstmuttergarten geschnitten Reiser bis ins Frühjahr vital zu halten. Auch Fledermäuse schätzen die frostfreie Unterkunft als Überwinterungsquartier. Blutbirne, Werdersche Braune, Hirschknäckerla und eine breitgefächerte Palette alter, fast schon vergessener Sorten, die aus dem Forchheimer Obstanbaugebiet ergänzt wurden, konnten im ganzen Landkreis Coburg verteilt werden. Hintergrund der Aktion ist es, den Genpool wertvoller Obstgehölze in der Coburger Region hoch zu halten. Die Reiseraktion wird bereits seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt und trägt bereits jetzt Früchte.

Geschickte Gärtnerhände engagierter Obstliebhaber in den Obst- und Gartenbauvereinen sind jetzt  zu Beginn der Blütezeit nach Ausgabe der Edelreiser nun damit beschäftigt, Wildlinge im wahrsten Sinne des Wortes zu veredeln oder ältere Bäume mit nicht zufrieden stellenden Sorten mit alternativen Apfel-, Birnen-, Zwetschen- oder Kirschsorten zu bestücken.
Thomas Neder, Geschäftsführer des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege demonstrierte im Obstlehrgarten wie man auf leichte Art und Weise z. B. ein Apfelquartett selbst „basteln“ kann. Im Außenbereich des Obstlehrgartens wurde für Demonstrationszwecke bereits eine ganze Menge selbst veredelter sog. Multisortenbäume gepflanzt und können bei einem Besuch des Lehrgartens besichtigt werden. Ein Rundgang durch den in einem Blütenmeer voller blühender Narzissen stehendem Lehrgarten erklärte die Bedeutung schwachwuchsinduzierender Unterlage auf den Ertragsbeginn, die zu erwartende Endhöhe und die Lebensdauer von Apfel, Kirsche und Co.

Selbst mit Hand anlegen durften die interessierten Kursteilnehmer dann beim workshop. Schritt für Schritt wurde an praktischen Beispielen die Methoden: Chip-budding, Kopulieren, Anplatten, Seitliches Einspitzen und zahlreiche Variationen des Pfropfens hinter die Rinde demonstriert.  Auch das Veredeln eines Johannisbeer Hochstämmchens oder einer Hochstammrose wurde mit in das Potpourri verschiedener Veredlungstechniken mit aufgenommen.

Für anschließende Experimente zu Hause versorgte der Kreisverband die Teilnehmer mit kostenlosen Reisern und Unterlagen.

Fotos: Thomas Neder