obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte April 2015

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    ||02|| Empfehlenswerte Primelschönheiten für den Hausgarten




Sonnige Hänge mit durchlässigen Böden, schüttere Rasenflächen oder sonnige Gehölzsäume auf lockerem Untergrund bieten der Kissenprimel und der Teppichprimel ideale Standortbedingungen.

 

(TN)Primel erinnern an die Gärten der Großeltern und die ersten selbst gepflückten Blumensträuße der Kindheit. Oft verzaubern sie mit vertrautem Charme des Biedermeier. Weist man ihnen den richtigen Platz im Garten zu, kann man viele Arten erfolgreich kultivieren und sich lange an ihnen erfreuen. Die Primelblüte erstreckt sich nicht nur auf das Frühling, sondern reicht bei manchen Arten bis in den August hinein. So öffnen die Primula Juliae-Hybriden ihre Blüten bereits im März, die Sommerprimel (Primula florindae) erfreut noch im August mit ihrem gelben Blütenflor.

Teppichprimel – Rasenhafte Schönheit
Die Heimat der kleinen, aber sehr ansprechenden Teppichprimel (Primula juliae) ist Transkaukasien und Georgien, wo sie auf feuchten steinigen Rasenflächen wächst. Dank ihrer zahlreichen Vorzüge, eroberte sie schnell die Herzen vieler Gartenfreunde und das bei nur 5 cm Höhe. Auch wenn sie nur ein kleiner Zwerg ist, besitzt sie eine unglaubliche Blütenfülle. Im Garten will sie es halbschattig und eignet sich sehr gut für den Steingarten. Nach etwa 3-4 Jahren sollte man sie etwa im März aufnehmen, teilen und wieder verpflanzen. Je nach Größe lassen sich aus einer Mutterpflanze zwei bis zehn Einzelpflanzen gewinnen. Die Langlebigkeit kann durch jährliches Humisieren (Auftrag einer etwas fingerdicken Schicht frischer Humuserde) erhöht werden.

Einen höheren Gartenwert als die Art besitzen die wüchsigen Kreuzungen  mit Primula vulgaris. An neueren Kreuzungen ist manchmal auch Primula elatior beteiligt. Sie blühen von März bis manchmal in den Mai und werden als Primula-Juliae-Hybriden bezeichnet, werden aber oft auch als Primula pruhoniciana angeboten.

Kissenprimel – Klassiker aus Großmutters Garten
Die Kissenprimel (Primula vulgaris/syn. P. acaulis.) vermittelt einen Hauch von Nostalgie. Sie erweckt Erinnerungen an Großmutters Garten. Die Stängellose Primel, wie sie auch genannt wird, ist in West- und Südeuropa, sowie im südlichen Mitteleuropa beheimatet. Sie wächst horstartig und wird nur etwa 5 bis 10 cm hoch. Die duftlosen Blüten, die sich ab März/ April öffnen, sitzen einzeln auf kurzen behaarten Stielen. Die Stammart besitzt hellgelbe Blüten mit einer dunkleren Mitte. Neue Zuchtformen wirken mit Blütenblättern, die sich überdecken, auffälliger. Hier reicht die Farbpalette von weiß, gelb, rot bis blau. Schon im Mittelalter wurden gefüllte Formen vor allem in den Klostergärten kultiviert und gesammelt.

Die Kissenprimel liebt einen humosen, leicht feuchten Boden und ist für eine leichte organische Düngung dankbar.

Eine besonders früh blühende Subspecies der Kissenprimel ist die Karnevalsprimel (Primula  vulgaris ssp. sibthorpii). Sie kommt in freier Natur in Griechenland und im Kaukasus vor. Die Blüte variiert von mauve-rosa über weiß bis karminrot.

Passende Nachbarn sind Blausterne (Scilla bifolia), Krokusse (Crocus sieberi) oder Anemonen (Anemone blanda). Auch Wildcylamen (Cyclamen hederifolium) oder Leberblümchen (Hepatica nobilis) bieten sich als passende Nachbarn an.

Die Wildart lässt sich leicht aus Samen oder durch Teilung weitervermehren.

Fotos: Thomas Neder